Gertrud Huber-Brast

Eine Frauenfelderin, Frau Gertrud Huber-Brast (1900- 1982), die lange an schwerer Krankheit litt und sich von keinem Arzt, keinem Homöopathen oder keiner Kuranstalt Linderung oder Heilung mehr versprechen konnte, wurde im Traum von einem Priester ermuntert, die Fürbitte des heiligen Niklaus von Flüe anzurufen. Nach ihren eigenen Worten soll sie darauf geantwortet haben: «Aber Herr Pfarrer, ich bin reformiert.» – «Niklaus von Flüe fragt bestimmt nicht. Bist du katholisch? Bist du reformiert? Er fragt nur: Glaubst du an Gott? Und das tun Sie doch, nicht wahr?»

 

In einem 1955 erstmals erschienenen und jetzt in 7. Auflage erneuerten Büchlein schildert Gertrud Huber, wie sie danach aus der Klinik floh, nach Sachseln reiste und wie in der Kirche vor dem Bruderklausenaltar ihr Hilfeschrei erhört wurde.

 

Viel später erst sieht sie in einer schlaflosen Nacht vor sich das Bild einer Kapelle. Sie weiss sofort: Das ist ein Auftrag für sie. Während fünf Jahren vertreibt und verkauft sie Spruchkarten als «Bausteine» für ihre Kapelle, nahezu 300‘000 Stück. Ungeachtet aller Widerstände sucht und findet sie einen Bauplatz. Das Land gehört der Bürgergemeinde. Bürgerpräsident Dr. Walter Germann (1888-1957), selbst schon gezeichnet von schwerer Krankheit, lässt sich von der Idee einer ökumenischen Kapelle begeistern und bringt den Landverkauf im Verwaltungsrat durch. Alle weiteren Hindernisse, Einsprachen und Anfechtungen überwindet Gertrud Huber in ihrem unerschütterlichen Glauben an Bruder Klaus. 1973 geht die Kapelle in den Besitz einer ökumenisch-kirchlichen Stiftung mit einem paritätischen Stiftungsrat über. Im Sommerhalbjahr finden nun darin regelmässig Gottesdienste statt. Die Idee von Gertrud Huber-Brast lebt sichtbar weiter.